Als Singlefrau alleine Weggehen Teil 4

GettyImages_104524006Als Singlefrau alleine Weggehen? Geht gar nicht. Oder? Im Teil 4 dieser Reihe geht es ums Weggehen im Atomic Cafe und EdMoses und darüber, das richtige Maß zu finden:
„Mein Alleine-Weggehen-Experiment konfrontierte mich mit einem interessanten Aspekt: Was es bedeutet, in Würde Single zu sein. „Früher“, zu Schul-, Studentenzeiten und noch viele Jahre später, hatte Weggehen und Nachtleben für mich oft etwas Maßloses – lange und spät feiern, viel trinken, oft abschleppen. Mit den unangenehmen Konsequenzen für den nächsten Tag: Ziemlich hinüber zu sein, körperlich und mental verkatert. Und genau das wollte ich nicht mehr. Also: den Spaß, das Tanzen, die Ausgelassenheit ja – die Konsequenzen: nein.

Die Frage war nur: Kann man das eine ohne das andere haben?
Die Lösung erwies sich als denkbar einfach: Kurz und früh feiern, wenig trinken, nicht abschleppen. Relativ zu Beginn meines Experimentes letztes Jahr schlug ich kurz nach Türöffnung gegen 23 Uhr im (leider nicht mehr existierenden) EdMoses auf. Der Laden war um diese Zeit noch gähnend leer – bis auf eine ausgelassene Junggesellenabschieds-Truppe. Ein Männerpulk und Anlass also, in die man unter normalen Umständen als Singlefrau vielleicht eher nicht geraten will. Mein Gefühl aber gab Entwarnung und so steuerte ich auf direktem Wege den flaschenbeladenen Männertisch an. Natürlich wurde ich willkommen geheißen, sofort in mehrfache parallele Gesprächsstränge verwickelt – und hatte im gleichen Zug einen dicken Longdrink in der Hand. Es war definitiv eine gute Entscheidung gewesen. Die Jungs waren supernett, die Stimmung dem Anlass gemäß ausgelassen und um Drink-Nachschub hätte ich mir die ganze Nacht keine Sorgen mehr machen müssen. Recht bald ging es auf die Tanzfläche, inklusive Paartanz zu feinsten Hiphop-Beats. Der Laden gefiel mir super, entspanntes Publikum, bunt gemischt.

20131115_214311_crÄhnlich freundlich fühlte ich mich im Atomic Cafe aufgenommen, an einem Abend irgendwann um die Weihnachtszeit letztes Jahr. Obwohl ich absolut kein Cocktail-Fan bin, konnte ich der Happy Hour und der beachtlichen Karte zumindest für einen Drink nicht widerstehen, und war sofort im Gespräch mit zwei sehr netten Münchner Heimaturlaubern. Mir war schon vorher klar, dass die dortige Musik (angekündigt als „Beat, Punk, Schwoof“) nicht so ganz mein Tanzgeschmack treffen würde, aber für ein wenig Plaudern in einem der entspanntesten und ältesten Münchener Clubs war der Abend perfekt. Zum Tanzen zog ich anschließend auf ein Stündchen noch weiter.


Das EdMoses verließ ich gegen 2 Uhr, nach Atomic und Tanz war ich gegen eins zu Hause. Also dann, wenn die Party eigentlich erst so richtig losgeht. Aber wenn ich ehrlich bin, dann sind auch die eins, zwei, maximal drei Stunden, die ich in München ausgehe völlig ausreichend als kleine, für mich so wertvolle Auszeit von den Alltagsroutinen und mütterlichen Pflichten. Wenn ich die weitgehend durchtanze, bin ich eh geschafft. Die ein, zwei Drinks, und nicht mehr, sind genau richtig für ein wenig Party-Nostalgie. Und wenn die Musik gerade noch so gut ist, mein Traummann mir gerade entgegenkommt, und die Happy Hour winkt – sie werden wiederkommen (sowohl die Musik, als auch der Traummann, als auch die Happy Hours). Es ist ein gutes Gefühl, der rauschenden Versuchung zu widerstehen – und dankbar für den tollen Abend, stolz auf das gute Gespür für das richtige Maß, nach Hause zu radeln.
Würde bedeutet für mich nicht, jederzeit erhaben über den Dingen zu schweben. Würde bedeutet für mich: sich das Spielen zu gönnen, unvernünftig zu sein – und zur gleichen Zeit bei sich zu bleiben und auch in vermeintlich kleinen Dingen gut und achtsam mit sich zu sein.

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