Archiv der Kategorie: Leben in München

Haß und Liebe in München

Wer gerade am Siegestor vorbei fährt, kann die beiden großen Skulpturen Love and Hate gar nicht übersehen. Auf der einen Seite des Tors steht die Skulptur „Hate“, auf der anderen „Love“. Doch was steckt dahinter? Wir haben uns mal schlau gemacht: Die Skulpturen stammen von der Künstlerin Mia Florentine Weiss.

Sie gehören zum Programm des Faust Festivals, das von Februar bis Juli viele verschiedene Veranstaltungen und Projekte rund um das große Thema Liebe und Hass präsentiert. Die Skulpturen stehen dabei bewusst an einem sehr symbolträchtigen Platz, den schließlich ist die Inschrift auf dem Siegestor Dem Sieg geweiht, vom Krieg zerstört, zum Frieden mahnend.“ aktueller denn je. Wer die Skulpturen in München noch bewundern möchte, hat noch bis Ende Mail dazu die Gelegenheit

 

Flirtzeit statt Fastenzeit

Fastenzeit in München

Spätestens seit Aschermittwoch ist das Thema wieder in aller Munde: Fastenzeit und „Sieben Wochen ohne“ liegen im Trend. Ob und auf was Mann oder Frau  in diesen sieben Wochen von Aschermittwoch bis Ostersonntag verzichtet, bleibt jedem selbst überlassen, besonders häufig sind der Verzicht auf Alkohol, Zigaretten, Schokolade, Flirten oder gar Sex. Der ursprünglich religiöse Brauch dient heute zunehmend der Selbstfindung oder ganz banal zum Abnehmen. Ganz schlecht finde ich den Grundgedanken ja nicht, einmal bewusst auf Dinge zu verzichten, die einem lieb (und teuer) sind; bleibt die Frage nach der Umsetzbarkeit. Ich kenne durchaus Menschen, die das Verzichten auf bestimmte Sachen in der Fastenzeit mit einer eisernen Disziplin durchziehen. Da sag ich nur „Hut ab“, aber für mich wäre das nur schwer durchsetzbar.

Ich kann mich eher mit dem Gedanken anfreunden, die Fastenzeit bewusst dazu zu nutzen, aktiv Dinge anzupacken, die schon lange auf der to-do Liste stehen. Damit meine ich jetzt nicht unbedingt die längst überfällige Steuererklärung (obwohl es ja mittlerweile auch höchste Eisenbahn dafür ist). Ich denke da eher an kleine Auszeiten, die ich mir in dieser Zeit ganz bewusst gönne. Wenn das Budget auch eine große Auszeit in den Tropen hergibt, umso besser. Aber auch die kleinen Ding wie ein Abend in der Sauna, ein Tag auf der Piste oder ein Abend mit guten Freunden sind Balsam für die Seele, mit dem wir das lange Warten auf den Frühling besser überbrücken können.

Du bist noch auf der Suche nach dem passenden Partner und willst Dich in diesem Jahr endlich so richtig verlieben? Dann ist jetzt genau die richtige Zeit, Dein Profil frühlingsfit zu machen, denn der Frühling ist die Flirtzeit schlechthin, und so lange dauert es nicht, bis die sieben Wochen Fastenzeit um sind.

Wo die Grantler wohnen

Stadtzentrum von Mnchen

Bei ihrer Bloggerparade fragt das Team von Muenchen.de „Was würdet ihr an München vermissen?“ Die Antwort ist für mich ganz einfach.

Dass München wundervolle Sehenswürdigkeiten, geschichtsträchtige Stätten und die Nähe zu atemberaubender Natur hat ist ja schon lange kein Geheimnis mehr. Vom Viktualienmarkt über den Odeonsplatz, bis hin zum Englischen Garten oder unsere geliebte Wiesn: Wir leben in der schönste Stadt der Welt, keine Frage.

Doch noch viel mehr als all diese Vorzüge hält mich hier das Lebensgefühl der Münchner selbst. Wir sind lebensfroh, stolz, eigenwillig, humorvoll und vor allem eins: Grantig.

Oh, wie sehr würde ich das Granteln vermissen, müsste ich München verlassen. Denn in München gehört das Granteln nicht nur zum guten Ton, nein es ist quasi als Denkart in Fleisch und Blut der Münchner übergegangen und wird von Generation zu Generation weitergetragen. Schon als Stöpsel hört man die Sprüche der U-Bahn Ansager („Steig hoid endlich ein, du saubazi, du zammsuffana!“) und bekommt von den Münchner Eltern schon ganz früh mit wie man am besten auf Touristen schimpft, die einem den Weg am Marienplatz versperren („So a Saupreiss, so a damischa!“). Es gibt immer wieder Münchner Grantler Momente, die mich zum schmunzeln bringen. Als ich vor kurzem in der Trambahn saß stieg ein Vater mit seinem kleinen Sohn ein. Als dem Jungen in einer scharfen Kurve sein Spielzeugauto aus der Hand fiel fluchte er „Zefax!“ Sein Vater hob das Auto auf, reichte es dem Sohn und korrigierte ihn gewissenhaft „Zefix, hoaßt des.“ Granteln kann keiner so gut wie die Münchner, denn es ist, anders als man denken würde, gar nicht so einfach. Ja als regelrechte Kunst könnte man es schon bezeichnen.

Gegrantelt wird über alles und jeden: Vom Kopfweh verursachenden Föhn bis hin zum steigenden Bierpreis. Es gibt nichts worüber wir Münchner uns nicht echauffieren könnten. Denn das Grantln ist nicht nur gut für die Seele, sondern auch für die Gesundheit. So ist es doch wissenschaftlich erwiesen, dass es den Menschen gut tut ihrem Ärger auf harmlose Weise Luft zu machen. Manche machen da befreienden Sport, wir granteln eben lieber.

Selbst in der Liebe hören die Münchner nicht auf zu granteln. Humorvolles granteln kann durchaus charmant sein und es dann auch noch gemeinsam über andere zu granteln bringt selbst die schüchternsten Singles in München zusammen.

Auch für seine grantigen Prominenten ist München bekannt. So lieben wir bis heute unsere Grantler wie Karl Valentin, Gehard Polt oder zuletzt auch Harry G. Sogar Münchens Ex-Bürgermeister Christian Ude bestätigt:

„Die Lust am Granteln ist vielleicht die münchnerischste Eigenschaft, die es überhaupt gibt.“

Wein und Musik auf der Seebühne

Presse_Weinfest_Tagsüber_1-1Musik, Wein, direkt am Ufer sitzen – das klingt verdammt nach Urlaub! Doch um das zu erleben müssen Münchner Singles über Pfingsten gar nicht weg fahren, denn das gibt es vom 13. bis zum 16. Mai auch auf der Seebühne im Münchner Westpark. Das Musikalische Weinfest bringt bereits zum dritten Mal die Münchner bei Wein, Musik und kulinarischen Köstlichkeiten zusammen. Ein extra zusammengestelltes Live-Musikprogramm mit jungen Nachwuchskünstlern und etablierten Bands, mit Salsa & Meerenge, Rhythm & Blues, mit klassischer Musik bis zu mitreißendem Big Band Sounds sorgt für weitere Highlights.
 
Musikprogramm:
Freitag 13.05.2016:           Ritmo Jackson – Salsa Orquestra
Samstag 14.05.2016:        Markt Schwaben’s Finest – Big Band Sound
M.A.T.E.S. – Akustische Rock & Pop Perlen
Sonntag 15.05.2016:         Doc’s Rhythm and Blues Connection – Rhythm and Blues
Undercover Lover – Hits vom 50er Jahre Rock bis heute
Montag 16.05.2016:           Georgia Pines – Kalifornischer Folk Pop
Light Flight – Fusion Music (Folk, Rock & Klassik)
MadButFine – Acoustic Covers

Du willst nicht allein dahin gehen? Dann erstelle am Besten gleich Dein eigenes Event im Münchner Singles Eventkalender und erlebe die Veranstaltung mit lauter netten Leuten.

Münchner Singles sind jetzt auch auf Instagram

Habt ihr uns auf Instagram schon entdeckt? Seit kurzem sind die Münchner Singles in dem kostenlosen Online-Dienst zum Teilen von Fotos und Videos vertreten und freuen sich über jeden Follower :) https://instagram.com/muenchnersingles.de/

Screenshot_2015-08-05-10-32-55Hier veröffentlichen wir aktuelle, witzige, inspirierende und informative Fotos und Videos rund um das Singleleben, Dating in München und Umgebung. Klick einfach auf „Folgen“ und lass Dich inspirieren!

Eigene Fotos oder Videos könnt ihr gerne mit dem Hashtag #muenchnersingles versehen oder uns mit @muenchnersingles.de in euren Beiträgen markieren, sodass der Hashtag mit Leben befüllt wird.

Wir sind gespannt auf Eure Bilder und freuen uns darüber hinaus natürlich über Linktipps bzw. Seiten, denen wir vielleicht noch folgen sollten!

Nicht verliebt am Valentinstag

in loveDemnächst ist es wieder soweit, einer der ätzendsten Tage im Singlejahr steht bevor, der Valentinstag am 14. Februar. Und dieses Jahr fällt der so genannte Tag der Liebenden, der von vielen auch nur als Geldmacherei der Floristen gesehen wir, auch noch ausgerechnet auf einen Samstag. Toll. Damit fallen für den Abend sogar die Leute zum weggehen aus, deren Partner unter der Woche beruflich nicht in München sind und die sonst als Alternativprogramm herhalten konnten. Also was tun? Beim Blick zurück auf den Valentinstag 2014 packt mich immer noch das kalte Grausen:  Krank vor Liebeskummer nach einer extrem schmerzhaften Trennung war mir vorher klar, dass ich an dem Tag definitiv nicht in einem mit Herzerln dekorierten Lokal sitzen würde, um den Paaren um mich herum entweder beim streiten oder küssen zuzusehen. Mein Vorteil: Als Mitarbeiterin bei einer Singlecommunity ist der 14. Februar einer der arbeitsreichsten Tage des Jahres, deshalb war ich tagsüber ganz gut abgelenkt. Und Abends? Nun, um ganz ehrlich zu sein, ich habe gegen alle meine guten Ratschläge gehandelt und den Abend alleine vor dem Fernseher verbracht. Aber das wird dieses Jahr definitiv nicht so sein!

Statt dessen werde ich mich unter das Münchner Partyvolk mischen, das auch an diesem Samstag unterwegs ist. Es gibt zum Glück sehr viele Veranstaltungen an dem Abend, zum Beispiel die Ü30 Party im Muffatwerk (wir verlosen übrigens wieder Tickets) oder eines der Weißen Feste in der Max Emanuel Brauerei und eben ist auch noch die Einladung zu einer Geburtstagsparty eingetrudelt. Wie sieht euer Plant für den kommenden Samstag aus, liebe Münchner Singles? Mein Tipp: Macht es besser als ich im letzten Jahr und geht raus auf ein Event,und wer weiß, vielleicht begegnet euch ja dort euer ganz persönliches Valentinstagsgeschenk!

 

Als Singlefrau alleine Weggehen? Teil 6

Im sechsten Teil ihrer Serie „Als Singlefrau alleine Weggehen?  Geht gar nicht, oder?“ begibt sich unsere Gastbloggerin Partricia ins Rilano No. 6 und Paradiso und damit ab in die Komfortzone:

Nach all den Generationen-Überbrückungserlebnissen während meines Alleine-Weggeh-Experimentes sehnte ich mich irgendwann doch danach, in meine Peergroup einzutauchen. Wer weiß, zwischen meinen Tanzeinsätzen vielleicht sogar jemanden zu treffen und ein wenig anzubandeln, so von Ü35-Angesicht zu Ü35-Angesicht. Es musste doch sicher mehr wie mich geben – Menschen in meinem Alter und in ähnlichen beruflichen/Lebens/Kind-Situationen, die sich nicht vom Ausgehen abhalten lassen wollten.

2015-01-17 20.25.17Nachdem ich mit den klassischen Ü30-Parties in München nicht so viel anfangen kann (mehr dazu in einem späteren Post) ging es an die Club-Recherche. Eine Freundin wies mich irgendwann darauf hin, dass in der Bar/Lounge des Rilano No. 6 am Lenbachplatz jeden 1. Donnerstag im Monat ein After-Work Event stattfindet. Mit DJ Munich. Das konnte nur gut werden. Voller Vorfreude auf das reifere Publikum betrat ich irgendwann gegen 22.00h den sehr lang gezogenen Raum, mit der ebenso langen Bar. Wie ungewohnt – zuvor keine finsteren Türsteher, freier Eintritt, und die freundlichste Garderobendame, die ich in München jemals erlebt habe. Allein für das nette Ambiente hatte es sich schon mal sehr gelohnt.

Die Bar war mäßig voll – und siehe da, ich war geschätzt die Jüngste. Einige schwoften bereits zu dem DJ-Munich-Mix auf der kleinen Tanzfläche am Ende des Raumes. Ich also gleich dazu. So gesittet ging es auf der Tanzfläche zu, dass ich schon fast Sorge hatte, mit meinen Tanzbewegungen zu viel Unruhe zu stiften. Nach etwa einer halben Stunde machte ich ein wenig Pause. Bei all dem schönen Ambiente: Zum Austoben musste ich definitiv noch woanders hin. Rilano No. 6 als perfektes Warm-up (für die anschließende Hiphop-Nacht im P1).

Laughing young women enjoying themselvesAn einem Samstagabend, ebenfalls im letzten Jahr, nahm ich mir das Paradiso vor. Ich hatte im Vorfeld schon viel gehört – dass es DER Club für die etwas reiferen Tanzhungrigen sein sollte. Und ein ziemlicher Baggerschuppen, was ja ganz gut zu meinen Anbandel-Erwägungen passte. Tatsächlich war schon kurz nach 22 Uhr mehr los als wahrscheinlich zur gleichen Zeit in allen anderen Münchner Clubs zusammen. Das habe ich definitiv über das Münchner Nachtleben gelernt: Je älter das Publikum, desto VIEL früher ist was los! Die Tanzfläche war zwar noch leer, aber ein wenig Einschwingen war wegen der unmittelbaren Nähe der Stehtische zur Tanzfläche ziemlich entspannt, und war schnell von zwei gutgelaunten Männern begleitet. Die Musik war gut tanzbar, und nach und nach füllte sich die Tanzfläche. Ich kam mit den netten Männern, die den Stehtisch, an den ich mich gestellt hatte, reserviert hatten, ins Gespräch.

Der Laden füllte sich langsam.

Und füllte sich mehr.

Und füllte sich noch mehr.

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Die tz auf Singlesuche in München

Ihr wolltet euer Gesicht schon immer mal in der Zeitung sehen? Dann ist das euere Chance, denn die tz München sucht ganz kurzfristig Interviewpartner:

„Münchner Singles, aufgepasst! Die tz plant schon für das kommende Wochenende einen Artikel über allein lebende Münchner. Hintergrund. Eine neue Statistik der Stadt belegt, dass 30,5 Prozent aller Münchner in Single-Haushalten leben. Dabei sind mehr als die Hälfte (56%) aller Haushalte auch Singlehaushalte. Ein interessanter Punkt, den wir von der tz gerne näher beleuchten würden. Wir sind also auf der Suche nach Frauen und Männern jeder Altersstufe, die über ihr Leben als Single in München erzählen und sich auch fotografieren lassen möchten. Euer Ansprechpartner ist Johannes Heininger, erreichbar unter Johannes.Heininger@tz.de oder telefonisch unter 089/5306-445.“

Als Singlefrau alleine Weggehen? Geht gar nicht. Oder?

Im fünften Teil ihres „Als Singlefrau alleine Weggehen-Experiments“ testet unsere Gastbloggerin Patricia die Clubs Crux und YipYab und erklärt, warum es gut tut, die Älteste zu sein:

„Ok, es gibt noch einen weiteren Grund, warum ich mittlerweile regelmäßig alleine weggehe und Freunde oder Bekannte manchmal lieber abwinken. Ich bekenne mich: Ich tanze am liebsten zu Hiphop – und, um das noch zu toppen, ist selbst Musikgeschmack-kittender Old-School gar nicht mehr mein Ding. Und die New-School-Varianten sind nun mal nicht jedermanns Sache – vor allem in der eher bildungsaffinen, ganzheitlich-orientierten Ü35-Gesellschaft, in der ich mich meist bewege, fast schon ignoriert.

GettyImages_104524006So kommt es, dass die wenigen Münchner Hiphop Clubs und Events mit einem extrem jungen Durchschnittsalter aufwarten. Dass viele der Jungs und Mädels vielleicht halb so alt sind wie ich, ist gar nicht so sehr übertrieben. Und natürlich sind alle verdammt cool in ihren Most-Popular-Cliquen unterwegs. Da kann man sich schon leicht ziemlich alt, allein und nicht ganz so cool vorkommen. Oder gar ziemlich fehl am Platze. Zum Glück ist mein Hiphop-Tanzdrang größer als die Angst vorm fehlplatziert Sein.

Irgendwann im Sommer letzten Jahres nahm ich mir das Crux als ersten reinen Hiphop-Club meines Alleine-Weggeh-Experimentes vor. Durch ein wenig Google-Recherche vor langen Schlangen gewarnt, betrat ich auch diesen Club sehr früh, kurz nach Türöffnung um 23 Uhr. Der massige Türsteher schaute mich etwas musternd an – so früh war er offenbar keine Leute gewohnt, die er nicht kannte, und alleine auftauchende Frauen wahrscheinlich schon gar nicht. Ich schaute zurück, grüßte und fragte nach Garderobe und der richtigen Tür (im selben Gebäude befindet sich auch die Spezlwirtschaft, in der man vor dem Crux-Besuch ordentlich essen und vorglühen kann).

DLaughing young women enjoying themselveser Club, wie zu dieser Zeit üblich, sehr leer. Ich stellte mich erst mal an die raumbreite Bar, bestellte mir einen Drink und beobachtete. Die Musik: total nach meinem Geschmack. Nach etwa einer halben Stunde wurde mir klar, dass ich auch hier wieder die Tanzfläche eröffnen würde müssen, wenn ich mich tatsächlich noch bewegen und zu einer einigermaßen noch annehmbaren Zeit wieder heim wollte. Mir wurde mal wieder – etwas mulmig. Als erste tanzen! In einem Hiphop-Club! Vor all den jungen Menschen! In meinem Kopfkino war ich von potentiellen B-Boys umgeben, die einfach nur noch eine Runde auf cool machten, bevor sie lässig, alle auf einmal, wie in einem Tanzfilm, auf die Tanzfläche stürzen, ihre Skills auspacken und mich ziemlich alt aussehen lassen würden.

In solchen Momenten erinnere ich mich gerne kurz daran, dass mein Leben irgendwann zu Ende sein wird – und ich dann, beim Rückblick auf dem Sterbebett, mit Sicherheit keinen Preis dafür bekomme, dass ich irgendwann in einem Club bei bester Musik nur rumgestanden habe, nur weil sonst noch niemand getanzt hat.

Ich stellte meinen Drink auf einem Stehtisch am Rande der Tanzfläche ab und legte los. DEFINITIV die bessere Alternative zum Stehen, und zu diesen Beats mehr als grandios. Zu meiner Verwunderung passierte mal wieder nichts, also kein Erdbeben, keine laut lachenden B-Boys, keine auf mich zeigenden Zeigefinger.

20131115_214311_crAm Stehtisch standen bald ein paar junge Mädels und als ich eine kurze Trinkpause einlegte, kamen wir ein wenig ins Gespräch. Später traf ich eine von ihnen auf dem Klo, wo wir uns sehr grob über die Musik unterhielten. Sie hätte gerne ein wenig mehr Old-School gehabt, ich war heilfroh, dass es keinen gab. Wahrscheinlich lagen unsere unterschiedlichen Präferenzen daran, dass ich in meinem Leben genug Old-School gehört hatte, während sie noch gar nicht auf der Welt war. Das Old-School-Vintage-Nachholbedürfnis der Millennials halt.

Auf jeden Fall fragte sie irgendwann vorsichtig, ob ich denn alleine da sei. Ich sagte ja und erklärte, dass ich niemand in meinem Bekanntenkreis kenne, der so viel Hiphop aushält. Meine Rechtfertigung hätte es gar nicht gebraucht – sie machte große Augen und fand es cool, dass man das einfach so alleine machen kann, das tanzen Gehen.

Versöhnt mit meinem Alter machte ich mich gegen halb zwei auf den Heimweg. Die Party war da in vollstem Gange –also genau der richtige Zeitpunkt zum Gehen. Zuvor war ich noch sehr nett mit zwei Männern, etwa Mitte Zwanzig, ins Gespräch gekommen – die mich noch dazu überreden wollten, mit ihnen ins 089 weiterzuziehen – weil es im Crux „so jung“ war. Ich widerstand der Versuchung, mich in ein etwa 5% älteres Club-Publikum zu stürzen und schwang mich wie geplant auf mein Fahrrad.

Irgendwann, während ich so durch die Nacht fuhr, fiel mir auf einmal auf, wie verdammt FROH ich über mein doppelt so hohes Alter war.

Denn wie entspannend ist bitte ein Clubbesuch, wenn man keinen Popularitäts-Wettbewerb gewinnen muss, nicht allen süßen Jungs gefallen, niemanden unter den Tisch trinken, nicht aus Angst, irgendwas zu verpassen, bis zum bitteren Ende bleiben muss. Wenn man stattdessen sogar noch Respekt dafür bekommt, dass man überhaupt auftaucht. Wenn man gar nicht mehr cool sein muss, um cool zu sein. Und wenn man ganz nebenbei noch was für die Generationenverständigung tut. Aber vor allem: Wenn man einfach nur eine super Zeit beim Tanzen hat – und sonst nichts.

 

P.S. Das YipYab, ein weiterer reiner Hiphop-Club, als Add-On zu dieser kleinen Crux-Story: Ich hatte mich für einen Samstagabend („Urban Hip Hop Styles“) im Sommer dieses Jahres entschieden, ebenfalls ab kurz nach 23 Uhr. Schöne Location, sehr alleine-weggehtauglich durch Bar an der Tanzfläche. Die Musik war die erste Stunde über nicht so meins (fragt mich bitte nicht welcher Hip Hop Style das war – ich bin schon froh, wenn ich Old- und New-School auseinanderhalten kann). Aber ab etwa kurz nach Mitternacht wurde es dann endlich sehr URBAN. Publikum war gefühlt dann sogar (alters-)gemischter als im Crux und das unaufgeregte Ambiente für einen Solobesuch absolut geeignet.

P.P.S. Gibt es unter euch weitere Hiphop-Fans, liebe Münchner Singles? Ich bin immer dankbar für Event-Hinweise aus der recht unscheinbaren Münchner Hip Hop Szene, würde mich bzgl. der Unscheinbarkeit ZU GERNE eines Besseren belehren lassen. Leave a comment, please!

Was aus der Planung eines Singles wurde

iStock_000012299773blogWie schon im letzten Jahr weigere ich mich auch jetzt beharrlich, beim „Gute Vorsätze fürs neue Jahr“ Liste schreiben mitzumachen. Ich habe mich für eine andere Vorgehensweise entschieden und werde nun schauen, was daraus geworden ist: Vor ziemlich genau 12 Monaten habe ich mir nach einem zugegebenermaßen in Liebesdingen echt bescheiden gelaufenem Jahr für 2014 ganz konkrete Sachen vorgenommen, die mich von meinem schrecklichen Liebeskummer ablenken sollten. Da diese Pläne hier im Blog online für jedermann sichtbar sind und nicht auf irgendeinem Zettel stehen, der beim Aufräumen irgendwann mal in Ablage P verschwindet, komme ich jetzt um das Nachprüfen gar nicht herum.

Ich muss dazu sagen, dass mein Sternzeichen Jungfrau ist, und diesen Menschen wird ja allgemein nachgesagt, sie würden gerne planen, was in meinen Fall zu 100% zutrifft. Doch wie sieht es mit der Umsetzung meiner konkreten Pläne aus? Ich will mich ja nicht selber loben, aber vieles auf meiner Liste habe ich tatsächlich gemacht, Snowboard fahren (2 mal), Karneval in Köln feiern (sorry, München, du bist meine Traumstadt, aber das können die Kölner einfach besser), Ostern mit der Familie und Wandern gehen. Was ich nicht geschafft habe, sind der Urlaub im März und der Ausflug nach Wien, aber das kommt jetzt halt einfach auf meine Jahresplanungsliste 2015. Zum Baden im See hat es leider nicht gereicht, das schiebe ich jetzt mal auf das madige Wetter im August, aber für ein paar mal Biergarten allemal und dafür wurden wir ja dann mit einem tollen Wiesnwetter entschädigt, was ich auch gut ausgenutzt habe. Die Radtour muss ich mir für das neue Jahr nochmal vornehmen, dafür war ich fleißig auf dem Weihnachtsmarkt, gilt auch, oder?

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