Wenn’s einfach nicht läuft

Als Singlefrau in München alleine Weggehen? Geht gar nicht. Oder? Im dritten Teil unserer Serie war Gastbloggerin Patricia im BobBeaman und Club Milla unterwegs:

Mut und Einsatz werden immer belohnt, heißt es – und bisher war mein Alleine-Ausgehen-Experiment der beste Beweis dafür. Und so wurde ich mit der Zeit etwas entspannter. Zwar kostete es mich nach wie vor ein wenig Überwindung, mich alleine auf den Weg in einen Club zu machen und diesen dann auch zu betreten, aber gleichzeitig wuchs meine Gelassenheit und Zuversicht, mich am Ende doch irgendwie zurechtzufinden.
Bis ich in zwei Clubs einen kleinen Dämpfer erhielt:

iStock_000020924387_ExtraSmallDas BobBeaman betrat ich voller Vorfreude auf die bevorstehende Hiphop-Nacht (in München schließlich gar nicht so einfach zu finden). Das Publikum – wie erwartet jung, ghetto-cool, und natürlich im Cliquen-Pulk unterwegs. Das war es aber nicht, was zwischen Bob und mir von Anfang an nicht passte. Es hatte eher etwas mit der Location an sich zu tun. Denn es gibt tatsächlich so etwas wie einen optimalen Grundriss, der einen Club besonders alleine-weggeh-tauglich macht: Wenn die Tanzfläche z.B. direkt an der Bar ist, und mit ein wenig Abstand zu Sitz- und Steh-/Socializing-Bereichen – dann fällt der Übergang vom lässig an der Bar Stehen zum Tanzen leichter, auch wenn noch nichts auf der Tanzfläche los ist, ohne dass man sich gleich wie auf dem Präsentierteller fühlen muss. Im BobBeaman dagegen, wie in manch anderen, vor allem kleineren Clubs, ist die Tanzfläche vom Stehbereich eingerahmt, und die Bar noch dahinter; also nix mit unauffälligem Steh-Tanz-Übergang. Irgendwann überquerte ich die „lange“ Strecke von Bar, quer zum anderen Ende der Tanzfläche unterhalb des DJ-Pults, um dort meinen Drink abzustellen und mich zu positionieren. Als ich schließlich zu tanzen begann, fühlte ich mich in dieser Location merkwürdig exponiert und auf die Pelle gerückt. Alleine zieht hat es mich seit dem nicht mehr dorthin gezogen.

20131115_214311_crDie Club Milla Ticketbestätigungsmail bat mich, mein Ticket für den betreffenden Abend (ein Hiphop-Liveact) frühzeitig, gegen 21.00h, abzuholen. Das Wetter war mies, also wollte ich nach dem Ticketkauf nicht noch woanders hin und ging davon aus, dass ich vor Ort warten und tanzen könnte. Irgendwann nach Mitternacht verließ ich etwas entnervt den Club – und da hatte der eigentliche Liveact, für den ich ja gekommen war, noch gar nicht begonnen. Zuvor: Hatte ich in dem sich nur sehr langsam füllenden Club wenig getanzt (die Tanzfläche bekam von der Bühne ein wenig Ausleuchtung ab und wirkte daher wenig einladend zum in-der-Musik-Versinken, auch war die Musik vor den Liveacts nicht so meins), und einem mäßigen Supportact gelauscht. Das Nervenaufreibendste jedoch: Ein etwa 2-stündiges Gespräch mit einem sehr langweiligen Typen. Der hatte sich irgendwann neben mich gesetzt mich angesprochen, und ich kam aus der Nummer irgendwie nicht mehr raus. Warum ich insgesamt so lange ausgeharrt habe, weiß ich nicht – ich hatte wohl die Hoffnung, dass es nur besser werden konnte. Ich schließe nicht aus, das Milla irgendwann wieder zu besuchen – dann aber entweder zusammen mit spannenden Gesprächspartnern oder deutlich nach Mitternacht. Nichtsdestotrotz ist die Milla definitiv eine superschöne Location und eine feste Größe in der dünnen Münchner Live-Club-Landschaft.

Die Dämpfer saßen, und ich spürte leise Zweifel am Fortsetzen meines alleine-weggeh-Experimentes. Sollten Mut und Einsatz etwa doch nicht immer belohnt werden? Das couragierte Überwinden meiner Hemmschwellen sich etwa nicht wie selbstverständlich auszahlen? Es dauerte eine ganze Weile, bis ich meine Zweifel und Belohnungserwartungen enttarnte. Als arrogant geradezu: Hatte ich wirklich erwartet, dass ich in jedem Club ein Feuerwerk erleben würde? Sind Fehlversuche nicht sogar notwendige Teile eines Experimentes? Ist das Singleleben allgemein nicht sogar voll von ganz selbstverständlichen Fehlversuchen? Wie z.B. Dates, die sich als völlig uninteressant herausstellen; vielversprechende Gefühle, die nicht erwidert werden; Partyeinladungen, die sich als Pärchenabende entpuppen; Online-Profile, die der Realität nicht standhalten…..
Es wäre jedes Mal verdammt leicht, frustriert zu resignieren. Und doch bietet jeder Fehlversuch die Chance, etwas zu lernen statt aufzugeben. Sich selbst zu feiern, statt zu verbittern.
Denn dann kann man Versuch abhaken, mit einer guten Freundin über ihn lachen; und vor allem: sehr stolz darauf sein, dass man wieder etwas mutig probiert, sich gezeigt, vor allen getanzt und sich dem Leben gestellt hat….
Und vielleicht ist genau DAS die Belohnung für Mut und Einsatz.
Und wie sind eure Erfahrungen, liebe Münchner Singles? Geht ihr auch manchmal alleine los und wo fühlt ihr euch dann am wohlsten?

Ein Gedanke zu „Wenn’s einfach nicht läuft

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